DIE Death Metal Platte.
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(REAL NAME)    Rezension bezieht sich auf: Destroy the Opposition (Audio CD)
Und es war im Jahre 2000 als sich 4 nicht mehr blutjunge sondern schon erfahrene Männer anschickten die Blaupause für eine neue Art des Death Metal zu veröffentlichen. Die Betonung liegt hier auf Metal, vergessen sollen die ganzen "Melodic" Rumorgeleien mit Kaugummimelodien im Breitwandsound sein, immer wieder rauf und runtergespielt. Ebenso klarer quäkiger Gesang, einfach der Sound der zu dieser Zeit dominierend, vielleicht weil am meisten Geld bringend, war.
Aber weiter im Text: John Gallagher schrieb Riff um Riff Melodien die prägnant und griffig waren, aber nicht wie diese ganzen untalentierten Klone sie einfach aneinanderpresste, nein, das hier hat Hand Fuß und ganz viel Herz, man könnte auch sagen einen roten Faden (ja ihr könnt euch das Blut dazudenken). Dying Fetus waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort, der Aufschrei gegen eine an akkuter Langeweile sterbende Musikspalte einer Band die durch diesen fiesen Mix aus Death Metal, Hardcore und Grind herausragte wie der Topas im Sumpf der immer gleichen stümperhaften oder herzlosen DM-Demotapes-als-Alben-Veröffentlicher Bands, der wie ein Weckruf durch Szeneorgane und noch mehr Hörgänge ging und eine unglaubliche Heerschar von Fans entstehen lies. Und dieser Mann röhrte aus den tiefsten Gruben des Hades die politische Apokalypse herbei, kein drölftausendstes Geschlachte mit Gedärmweitwurf und Gekröse-wettessen sondern hochgradig (links-)politisch motivierte Texte, dass man mal wieder mit Stolz verkünden konnte dass es einen ankotzt dass so wenige auf die Texte im Death metal achten denn im Falle von Dying Fetus sind diese wirklich erschreckend gut, meistens geschrieben vom stimmlich ebenbürtigen Jason Netherton (auch am Bass zupfend) der nach dieser Scheibe wie auch Sparky Voyles (Gitarre) und Kevin Talley (Schlagzeug) zu Misery index abwanderte bzw. diese sich gründeten.
Überhaupt, die Instrumentierung ist virtuos, die Arrangements herrlich vertrackt und doch einprägsam und die Produktion ist ohne Mist mit das beste was ich je auf einer CD erleben durfte, wirklich JEDES Instrument hat seinen klaren Platz und drückt kein anderes etwas zur Seite um präsenter als der Rest zu sein. Und das sage ich als Hörer dem Technik und Frickeleien eigentlich wurst sind. Was machen Dying Fetus anders ? Sie prahlen mit diesen ganzen Sachen nicht, sie setzen die Technik um des Songs Willen ein, nicht umgekehrt weswegen schon tausende an selbsternannten "Prog-bands" schon von den Instrumenten-wichs-Loreleien in den Unterhaltungs-Abgrund gelockt wurden.
Alleine der Titeltrack ist wie von tausend Metalmusen geküsst versehen mit Breakdowns, Tempiwechseln, Melodiebögen und hyperaggressivem Geknüppel dass man gewillt ist die Hände lieber unter die Oberschenkel zu pressen bevor man jemandem beim Luftschlagzeug/gitarre/bassspielen + simultanem Karaoke-gegrunze (mal ehrlich, Herr Gallagher klingt doch wirklich nicht menschlich teilweise) unwissentlich verletzt bevor der Schluss einen dann wirklich zum Austicken bringt, so eigenwillig habe ich noch nie Donnergrollen interpretiert gehört. Das geht tief in die Seele und lässt für 36 Minuten nicht los. Und dann will man gleich nochmal. Kein einziger schwacher Song, nichtmal für einen Augenblick lassen sie die Blicke von den Instrumenten und vom Hörer abweichen, Kevin Talley prügelt so markant und knackig dass es eine Freude ist immer wieder auf den nächsten rasenden Part zu warten. Jeder Song ist für sich selbst erkennbar und deutlich (!) von anderen zu unterscheiden, während man bei anderen Releases in diesem Genre nicht mal die Übergänge zwischen 3 Lieder merkt. Wenn ihr nur eine Death Metal platte besitzen wollt, dann Destroy the opposition. Ein Titel der so treffend wie selbstverständlich ist, hier werden keine Gefangenen gemacht, das ist die musikalische Spezialeinheit für besonders widerspenstige Kleingeister.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 1. Februar 2007
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